The Illich Map
„Ich denke, wenn ich ein Wort wählen müsste, mit dem sich Hoffnung verbinden lässt, dann wäre es Gastfreundschaft. Eine Praxis der Gastfreundschaft, die Schwelle, Tisch, Geduld und Zuhören wiederentdeckt und von dort aus einerseits Nährboden für Tugend und Freundschaft schafft. Andererseits strahlt sie nach außen … für die Wiedergeburt der Gemeinschaft.“
Ivan Illich, ‘Land of Found Friends’



It started as a rumour and grew into a convivial conspiracy, a patchwork of gatherings to mark the 100th birthday of Ivan Illich in September 2026.
Now the conspiracy lives on as a map of people in places around the world whose door is open to further gatherings and conversations in the spirit of Illich and his friends.
Whether you’re a newcomer to his work, a long-time reader or anywhere in between, you are warmly invited to be part of this weave.
Check out the map to find others near you, melde dich als lokaler Ansprechpartner an, – or read on to learn more about this remarkable thinker and why his work continues to inspire us.
— Dougald Hine & Anna Björkman,
a school called HOME
A candle on the table
“Our conversation should always go on with the certainty that there is somebody else who will knock at the door, and the candle stands for him or her. It is a constant reminder that the community is never closed.”
— The Rivers North of the Future
Each point on the map marks someone who is open to gathering around Illich’s ideas. Use it to find others near you – or dich als lokaler Ansprechpartner für diejenigen anmelden for those who want to meet in your part of the world.
Scroll around the map to find others near you. Click on the pin to open the listing for details, including how to get in touch with the host. If no one has offered to be a local contact in your part of the world yet, then you can über dieses Formular anmelden..

Centenary gatherings
The Illich Map started out as a way of gathering around what would have been Ivan’s 100th birthday in September 2026.
From a hundred candles on a cake in Minnesota to Filipino noodles around a table in Hong Kong, a picnic in Sydney and a jazz trio in Tokyo, these gatherings took many shapes.
Here are reports from a few of them, along with a gallery of photographs.
„Wenn nach meinem Vortrag am Freitag die Spaghettischüssel mehr als die zwei Dutzend Personen sättigen muss, die an den Tisch aus Dielenholz passen, hocken die Gäste auf mexikanischen Decken im Nebenzimmer.“
— ‘The Cultivation of Conspiracy’
A convivial table
Eine Schüssel Spaghetti, ein Vorrat an Rotwein, eine brennende Kerze und ein zusätzlicher Platz am Tisch für den Fremden, der vielleicht an deiner Tür erscheint.
Das war Illichs Rezept für Geselligkeit. Das gilt auch heute noch unter seinen Freunden und Mitstreitern, also könnt ihr es als Ausgangspunkt für die Ausrichtung eines Treffens nehmen oder diesen Geist so umsetzen, dass er zu euren Möglichkeiten und eurem Umfeld passt.
Maybe you’re part of an organisation or a venue that is hosting an event. Maybe you’re just curious to see if there are others near you to whom Illich’s name means something and who would like to get together.
Wenn du das Formular ausfüllst, tragen wir dich auf die Karte ein – zusammen mit allem, was du den Leuten mitteilen möchtest –, und sie können sich per E-Mail mit dir in Verbindung setzen.
Do I need to know lots about Illich to put myself on the map?
Ganz und gar nicht! Wenn du neugierig bist, andere in deiner Nähe kennenzulernen, die sich für sein Werk interessieren, dann bist du herzlich eingeladen, dich zu melden und als lokaler Ansprechpartner zu fungieren.
Im Folgenden findest du einige Anhaltspunkte, um Illichs Werk zu erkunden.
Are people still hosting gatherings?
When we set up this page, the focus was on Illich’s centenary in September 2026. But many of those who hosted events that month decided to meet again, while others asked to be added to the map afterwards.
Try reaching out to anyone listed here and they’ll be glad to hear from you.
Was bedeutet es, ein lokaler Ansprechpartner zu sein?
Wenn du dich anmeldest, setzen wir einen Pin auf die Karte mit deinem Namen, deiner E-Mail-Adresse und weiteren Angaben, die du gerne teilen möchtest.
People near you can get in touch and hopefully you find a group to get together at some point.
If you’d like some ideas for hosting a gathering, then check out the Guide for Hosts we created for the centenary events.
And if you have any questions, you can get in touch using das Kontaktformular an uns wenden. on this site.
„Erfahrene und entspannte Gastfreundschaft ist das einzige Gegenmittel gegen die Haltung tödlicher Klugheit, die man sich im professionellen Streben nach objektiv gesichertem Wissen aneignet. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das Streben nach Wahrheit nicht gedeihen kann, wenn es nicht von gegenseitigem Vertrauen genährt wird, das zu einer Bekenntnis zur Freundschaft erblüht. Deshalb habe ich versucht, das Klima zu identifizieren, das Freundschaft fördert, und die ‚klimatisierte‘ Atmosphäre, die ihr Wachstum behindert.“
— ‘The Cultivation of Conspiracy’
Wer war also dieser Illich?
Ein Mann, um den sich Mythen zu ranken scheinen, während Etiketten an ihm nicht haften bleiben.
Es heißt, Illich habe während eines Großteils der 1970er Jahre „mehr Menschen als Bob Dylan auf jeden Universitätscampus locken können“. In Büchern wie Entschulung der Gesellschaft und Selbstbegrenzung. Eine politische Kritik der Technikstellte er die Schattenseiten moderner Institutionen in Frage. Seine frühen Entwürfe erschienen in der New York Review of Books und auf der Titelseite von Le Monde, er wurde von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt umworben – von Pierre Trudeau bis Indira Gandhi – und stand im Dialog mit Persönlichkeiten von Foucault bis Krishnamurti.
Doch er überlebte die Jahre seines Ruhmes und sammelte weiterhin Freundeskreise auf mehreren Kontinenten um sich, arbeitete in mehreren Sprachen und vertiefte seine Auseinandersetzung mit den verborgenen Annahmen, auf denen die industrielle Moderne beruht. Er starb friedlich während eines Nickerchens im Haus von Barbara Duden in Bremen am 2. Dezember 2002.
Mehr als ein Jahrzehnt später meinte der Philosoph Giorgio Agamben, Illich nähere sich endlich seiner „Stunde der Lesbarkeit“. Im Jahr seines hundertsten Geburtstags übt Illich weiterhin einen lebendigen Einfluss auf Denken und Handeln in einer Vielzahl von Kontexten aus.
„Institutionen schaffen Gewissheiten, und wenn man sie ernst nimmt, lassen Gewissheiten das Herz erstarren und fesseln die Vorstellungskraft. Es ist stets meine Hoffnung, dass meine Äußerungen – seien sie zornig oder leidenschaftlich, kunstvoll oder unschuldig – auch ein Lächeln hervorrufen und damit eine neue Freiheit – auch wenn diese Freiheit ihren Preis hat.“
— Almosen und Folter. Verfehlter Fortschritt in Lateinamerika
„Ich möchte die Fähigkeit zum Umdenken fördern; damit meine ich die Haltung und die Kompetenz, die es ermöglichen, das Offensichtliche zu hinterfragen. Das ist es, was ich Lernen nenne.“
— ‘Ascesis’
Wo soll man anfangen?
Der beste Einstieg in Illichs Denken hängt davon ab, woher man kommt. Wir haben fünf kurze Texte aus verschiedenen Epochen ausgewählt, die Einstiegspunkte in sein Werk bieten könnten.
To Hell With Good Intentions (1968)
„Kommt, um zu schauen, kommt, um unsere Berge zu besteigen, um unsere Blumen zu genießen. Kommt, um zu studieren. Aber kommt nicht, um zu helfen.“
Eine vernichtende Ansprache vor einer Organisation nordamerikanischer Studierender, die sich auf Freiwilligenarbeit in Lateinamerika vorbereiteten. Seit den 1950er Jahren lebte und arbeitete Illich zunächst in Puerto Rico und später in Mexiko.
ENERGY & EQUITY (1973)
„Die weit verbreitete Überzeugung, dass saubere und reichlich vorhandene Energie das Allheilmittel für gesellschaftliche Missstände sei, beruht auf einem politischen Trugschluss, wonach Gerechtigkeit und Energieverbrauch unbegrenzt miteinander in Zusammenhang gebracht werden können.“
The shortest of Illich’s books, Energy & Equity , das kürzeste von Illichs Büchern, vermittelt einen Eindruck von seiner Kritik an der Kontraproduktivität der Gesellschaftssysteme des Industriezeitalters. Es zeigt, warum er einen so großen Einfluss auf die Umweltbewegung hatte, aber auch, inwieweit er im Widerspruch zur Logik der „nachhaltigen Entwicklung“ stand und wie sein Werk den Grundstein für die heutigen Diskussionen über Degrowth legte.
SHADOW-WORK (1980)
„Sowohl ‚Arbeit‘ als auch ‚Beruf‘ sind heute Schlüsselbegriffe. Vor dreihundert Jahren hatte keiner von beiden seine heutige Bedeutung. Beide lassen sich aus den europäischen Sprachen nach wie vor nicht in viele andere Sprachen übersetzen.“
In den 1980er Jahren wandte sich Illich einer historischen Untersuchung der verborgenen Annahmen zu, auf denen die industrielle Moderne beruhte. Dieser Vortrag vermittelt einen Eindruck davon, was er aufgedeckt hat.
SILENCE IS A COMMONS (1982)
„Stille ist sowohl nach westlicher als auch nach östlicher Tradition notwendig für die Entfaltung des Menschen. Sie wird uns von Maschinen genommen, die den Menschen nachahmen.“
In diesem kurzen Vortrag, den Illich in Tokio auf einem Forum zum Thema „Die computergesteuerte Gesellschaft“ hielt, beleuchtete er den technologischen Wandel der menschlichen und der Mehr-als-menschlichen-Welt aus seiner historischen Perspektive.
THE CULTIVATION OF CONSPIRACY (1998)
„Noch bevor mein erstes Semester in Bremen beginnen konnte, fand Barbara Duden ein Haus im Ostertor-Viertel, jenseits des alten Stadtgrabens, gleich unterhalb der Drogeneecke, des Bauernmarkts und des türkischen Viertels.“
Mit Anfang 70 wurde Illich mit dem Friedenspreis der Stadt Bremen ausgezeichnet und hielt diese wunderschöne Rede, in der er auf die „Thinkeries“ zurückblickte, die er gemeinsam mit Freunden in verschiedenen Lebensphasen als Gegenmittel zur „conditioned air“ akademischer Institutionen ins Leben gerufen hatte.

Wie geht es weiter?
Diese deutschsprachigen Ausgaben der Bücher von Ivan Illich sind im Buchhandel erhältlich:
Entschulung der Gesellschaft • Selbstbegrenzung • Die Nemesis der Medizin • Genus • Im Weinberg des Textes • Klarstellungen • Kirche ohne Macht
Die englischsprachigen Ausgaben von Illichs Büchern sind im Druck und können als Taschenbücher oder E-Books bei Equinox Publishing, Sheffield, England, bestellt werden.
Eine Sammlung von sonst unveröffentlichtem Material ist auf der Website von David Tinapple zu finden..
Ein umfangreiches Archiv mit Illichs Schriften wird von der Stiftung Convivial in Wiesbaden verwahrt.
Ein guter Einstieg in Illichs Werk ist Entlang der Wasserscheide: Im Gespräch mit Ivan Illich, das erste von zwei Büchern, die aus seiner Freundschaft mit dem kanadischen Rundfunkmoderator David Cayley hervorgingen.
Cayleys Ivan Illich: An Intellectual Journey ordnet Illichs Gesamtwerk in seinen Kontext ein und beleuchtet dessen anhaltende Relevanz.
Sekundärliteratur:
Martina Kaller-Dietrich: Ivan Illich (1926–2002). Sein Leben, sein Denken (erste Biografie)
Thierry Paquot: Ivan Illich. Denker und Rebell
Edith Kohn: Der ganz andere Ivan Illich. Wie ein Priester zum Verkünder wurde
Aber ich will nicht in diese Welt gehören … Beiträge zu einem konvivialen Denken nach Ivan Illich
Anlässlich des 20. Todestages von Ivan Illich hat der Club of Vienna am 15.9.2022 an diesen wichtigen Denker in einer Veranstaltung mit dem Titel “Ivan Illich – Zur Aktualität seines Denkens” erinnert. Videos der Vorträge:
Thinking With Ivan Illich bietet eine Plattform für die fortlaufende Auseinandersetzung mit den Fragen, die ihn beschäftigten. Außerdem geben sie die Zeitschrift Conspiratio heraus..
Illichs Vermächtnis zeigt sich deutlich in den Werken derer, die von seinen Ideen geprägt wurden – von Lewis Hydes The Gift über Gustavo Esteva und Madhu Suri Prakashs Grassroots Postmodernismsowie Barbara Dudens Disembodying Women bis hin zu Mary Harringtons Feminism Against Progress.
Welche Geschichte steckt hinter dieser Website?
Wir sind Dougald Hine und Anna Björkman, Mitbegründer a school called HOME– einer Schule namens HOME, einem Treffpunkt und einer Lerngemeinschaft für diejenigen, die sich von der Arbeit am Wiederaufleben einer lebendigen Kultur angezogen fühlen.
Dougald beschreitet seit über zwanzig Jahren die Pfade von Illichs Denken, hat sich mit vielen seiner noch lebenden Mitstreiter angefreundet und Gespräche mit einigen von ihnen auf den Seiten von Dark Mountain veröffentlicht.
Als wir uns kennenlernten, stellte Anna fest, dass Illichs Kritik mit ihren Erfahrungen aus der Arbeit im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Einklang stand, während seine Betonung von Gastfreundschaft und Geselligkeit intuitiv mit ihrer eigenen Praxis übereinstimmte, Mauern einzureißen und Menschen an einen Tisch zu bringen.
Thanks to a suggestion from our friend Ayşem Mert, we started talking about hosting a gathering here in Östervåla, Sweden, where our school is based on the weekend of Illich’s centenary.
Doch das Gespräch wandte sich bald der Idee zu, dass wir Menschen anderswo dabei unterstützen könnten, andere in ihrer Nähe zu treffen, die sich gerne zusammenschließen möchten, um mehr über Illich zu erfahren und die anhaltende Anregung und Provokation, die sein Werk bietet, auf eine Weise zu feiern, die der Mann selbst wohl geschätzt hätte.


















